Helfer auf vier Pfoten: „Charly“ passt auf den kleinen Max auf

Runkel-Schadeck. Max ist 14 Jahre alt und ein großer Fußballfan. Die ersten Jahre seines Lebens war er ein gesundes, fröhliches Kind. Doch dann änderte sich plötzlich alles. Es ging ihm zunehmend schlechter. Der Junge aus Schadeck musste viele Untersuchungen und Krankenhausaufenthalte über sich ergehen lassen, bis schließlich die Ursache feststand: eine angeborene Stoffwechselerkrankung mit Unterzuckerungen.
Vor Kurzem kam eine weitere Diagnose hinzu: eine Herzerkrankung, deren notwendige Medikamente zudem die Wahrnehmung der Unterzuckerungen beeinträchtigen können. Viele Dinge, die für andere Kinder selbstverständlich sind, sind für Max so nicht mehr möglich. Er musste schweren Herzens seine Fußballmannschaft verlassen, da Ausdauersport zu riskant für ihn ist. Allein mit Freunden zum Schwimmen gehen und ähnliches: geht alles nicht mehr.
Doch es gibt Hoffnung – auf vier Pfoten. Ende Juli ist ein Welpe bei Familie Meller eingezogen. Max, Anhänger des Fußball-Bundesligisten „Eintracht“ Frankfurt, hat ihn nach Rekordspieler Karl-Heinz („Charly“) Körbel benannt. Der Portidoodle – eine Mischung aus einem portugiesischen Wasserhund und einem Königspudel – wird nun mit Hilfe von Bianca Kuhn-Trost zum medizinischen Assistenzhund ausgebildet. Sie führt das Assistenzhundezentrum „Pfotenglück“ in Waldbrunn Ellar.
„Charly“ soll Unterzuckerungen und Kreislaufveränderungen frühzeitig erkennen, schneller als jedes Messgerät. Er kann im Notfall helfen und Max dadurch Sicherheit und Selbstständigkeit schenken. „Für Max könnte er ein echter Schutzengel werden, ein bester Freund und ein treuer Begleiter“, sagen die Eltern Sarah und Sebastian Meller. Ihre elfjährige Tochter ist ebenfalls von dieser Stoffwechselerkrankung betroffen.

Die Ausbildung ist aufwendig, langwierig und sehr teuer – und wird nicht von den Krankenkassen übernommen. Ein typischer Fall für die Max Stillger Stiftung, die mit einer Spende von 5000 Euro den ersten Teil finanziert. „Wenn wir das Leben von Max dadurch ein Stück weit besser verbessern können, ist das wunderbar“, sagte Vorstandsvorsitzender Max Stillger bei der Übergabe des Schecks. Er werde versuchen, auch eine Begegnung des 14-Jährigen mit seinem Idol „Charly“ Körbel zu organisieren.
Stillger hatte anlässlich seines 63. Geburtstags am 9. August um Spenden an Stelle von Geschenken gebeten. Die Summe von knapp 5400 Euro hat er, wie versprochen, verdoppelt, um damit soziale Zwecke zu fördern. „Für die erste Hälfte haben wir eine gute Verwendung gefunden“, so der Unternehmer im Beisein von Stiftungs-Vorstandsmitglied Theo Speier, der den Kontakt hergestellt hatte.
Die Eltern freuten sich ebenfalls. „Wir möchten uns von Herzen bedanken. Hilfe anzunehmen ist für uns nicht selbstverständlich. Oft haben wir in den vergangenen Jahren versucht, unseren Weg allein zu schaffen. Umso bewegender ist es, jetzt zu erleben, dass Menschen an unserer Seite sind“, betonten Sarah und Sebastian Meller. „Für uns ist das ein Geschenk und keine Selbstverständlichkeit.“

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Max Stillger Stiftung

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